2. Juni 2008
Gerade habe ich einen interessanten Satz gelesen in Pascal Merciers “Nachtzug nach Lissabon”. Der Gedanke kam mir irgendwie vertraut vor, als ob ich ihn in ähnlicher Form selbst schon einem gedacht hätte. Das kann aber auch Einbildung sein. Aber gefällt mir in seiner Rigorosität:
“Es gab die Menschen, die lasen, und es gab die anderen. Ob einer ein Leser war oder ein Nichtleser - man merkte es schnell. Es gab zwischen Menschen keinen größeren Unterschied als diesen. Die Leute staunten, wenn er das behauptete, und manche schüttelten den Kopf über so viel Verschrobenheit. Aber es war so. Gregorius wußte es. Er wußte es.”
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Verfasst von foggyman
24. März 2008
Sei es nun dem frühen Zeitpunkt im Jahr oder dem Klimawandel geschuldet, diese verschneiten, nasskalten Ostern waren einfach nur zum Zuhausebleiben geeignet. Nicht dass ich zu viel mehr zu gebrauchen gewesen wäre. Imerhin habe ich es endlich mal wieder geschafft, ein Buch zu Ende zu lesen. Ich weiß, dass es nicht besonders originell ist, einen Weltbestseller zu lesen und ihn dann auch noch zu loben, aber sei’s drum:
“Drachenläufer” von Khaled Hosseini hat mit wirklich gut gefallen. Speziell nach meiner Reise nach Kairo fiel es mir leicht, mich in diese so fremde islamische Welt Afghanistans entführen zu lassen. Auch wenn natürlich Ägypten völlig anders ist als Afghanistan. Der geschichtliche Hintergrund von der Zeit vor der sowjetischen Besetzung bis zum amerikanischen Einmarsch fand ich sehr spannend. Aber spannender war das geschilderte Verhältnis zwischen Amir, seinem besten Freund Hassan und Amirs Vater, Baba genannt. Eine Geschichte von Schuld und Angst, von Mut und der bedingungslosen Liebe zu einem Freund, zu der nicht jeder in der Lage ist. Hosseini schreibt aus einer sehr persönlichen Ich-Erzähler-Sicht und ist derjenige, der genau diese Courage und Bedingungslosigkeit zunächst nicht aufbringt, was ihm Jahrzehnte von Leid und Selbstvorwürfen beschert. Das Buch gewährt Einblicke in einen für uns schwer nachvollziehbaren Ehrenkodex der Afghanen, der mal befremdlich, mal absurd und mal schwer erträglich erscheint.
Der Erzählstil Hosseinis hat mir von Beginn an gefallen und eine Menge von Sätzen, Passagen und Bildern werden mich noch eine Weile begleiten. Endlich mal wieder ein Buch, bei dem ich sofort “drin” war und das mich bis zum Ende gefesselt hat. Für mich zu recht ein Beststeller.
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Verfasst von foggyman
16. Februar 2008
Manchmal gibt es ewig keine Bücher, die ich fertig kriege. Es gibt einfach Zeiten, in denen ich lauter verschiedene Bücher anfange und zu keinem einen Zugang finde. Ich komme mir dann während der ersten Seiten so vor, wie jemand, der mit einem Immobilienmakler durch ein fertig eingerichtetes Heim läuft und sich umschaut, aber sich in keinem der Gebäude zuhause fühlt. Manchmal ist es sogar eher so, als ob ich gerade mal durch die Fensterscheiben in dn Innenraum sehen kann. Er kann sogar oft toll, geschmackvoll oder gediegen eingerichtet sein, aber ich finde den Eingang nicht.
Bei Büchern, die ich gut gefunden habe, war es oft schon nach wenigen Seiten das Gefühl, die Wohnung eines Freundes oder lieben Bekannten zu betreten und es sich dort gemütlich zu machen. Vieles ist unbekannt, aber es ist voller Leben. Ein Leben, auf das ich neugierig bin.
Leider habe ich seit mehreren Wochen kein solches Buch gefunden. Es mag allerdings auch daran liegen, dass ich selbst zu rastlos bin, um mich in Ruhe niederzulassen, und mir nicht die Zeit geben kann, die Atmosphäre auf mich wirken zu lassen.
Lesen ist manchmal Glücksache.
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Verfasst von foggyman
3. Dezember 2007
Blitzeis - Peter Stamm
Nachdem ich zuletzt häufig etwas umfangreichere Bücher gelesen habe, war ich sehr begeistert von einem dünnen Band mit erzählungen von Peter Stamm. Da ist kein Wort zu viel und keins zu wenig in diesen Geschichten. Alle aus der Ich-Erzähler-Perpektive geschrieben, aber es ist nie die selbe Person. Alles sehr präzise, auf den Punkt und lebendig, obwohl seine Sprache ohne große Metaphern- und Bildgewalt auskommt. Jede Geschichte ein kleines Meisterwerk.
Ich habe mich im Nachhinein geärgert, dass ich verpasst habe, die Poetischen Quellen, das Literaturfestival, in BAd OEynhausen zu besuchen. Da hätte ich ihn persönlich erleben können. Das hätte mir sicher gefallen. Leider ist mir das Buch erst später auf einem Remittenden-Tisch (meine (un-)heimliche Leidenschaft) in die Hände gefallen. Vielleicht kommt er ja noch mal wieder.
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Verfasst von foggyman