Lars und…

15. April 2008

Manchmal muss man einfach auch Glück haben. Heute Abend habe ich es mit Inka geschafft, im Lübbecker Kino einen Film zu sehen, von dem wir beide nie gedacht hätten, dass er sich jemals bis in unsere hiesigen Kleinkinos verirrt: “Lars und die Frauen”. Ich kann nur sagen: ich war einfach froh, ihn gesehen zu haben.

Er erzählt die Geschichte von einem Endzwanziger im Norden der USA, der aufgrund seiner familiären Vorgeschichte ärgste Probleme hat, sich anderen Menschen, insbesondere Frauen gegenüber, zu öffnen. Als er sich dann per Internet eine lebensgroße “Real Doll” bestellt und sie seinem Bruder und seiner Schwägerin als seine neue Freundin Bianca vorstellt, scheint er reif für die Klappsmühle. Wie sich doch noch alles zum Guten wendet, ist sehr unspektakulär aber mit sehr viel Humor und Wärme in Szene gesetzt. Das ist mal ein ganz anderes modernes Märchen.

Ich empfehle “Lars und die Frauen” wärmstens. Dass das nicht alle so sehen belegte sowohl die Zahl der Besucher: fünf. Und das am Kinotag. In Lübbecke. Außerdem haben wir noch zwei von den fünfen gehört, die sich wenig begeistert geäußert haben. Am besten selbst angucken.


Twain zitiert

14. April 2008

Es gibt ein schönes Zitat von Mark Twain über Journalisten:

Er hat gesagt:Journalisten sind Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben.”

Obwohl ich finde, dass Twain ein wirklich schlauer Kopf war und zugeben muss, dass mir dieses Zitat aufgrund seines Witzes immer gut gefallen hat, komme ich mehr und mehr zu der Überzeugung, dass der gute Mann hier nicht ganz richtig liegt. Ich glaube vielmehr, dass es eine Menge Journalisten gibt, die so vielseitige Interessen haben, dass sie sich immer wieder fragen, ob sie nicht ebenso gut etwas anderes hätten machen können. Und die Glücklicheren unter uns kommen irgendwann an den Punkt, dass sie sich sagen, dass Journalist eben ganz genau der Beruf ist, den sie machen möchten.
Sicher kommen einem bei so mancher Kollektiv-Seite oder Schützenfest-Berichterstattung ernsthafte Zweifel. Aber, hey, wer hat diese Zweifel an seinem Beruf nicht manchmal. Letztlich kommt es aber darauf an, dass man sich von Zeit zu Zeit daran erinnert, was für einen tollen Beruf man hat, wenn man das Gefühl hat, dass das, was man schreibt, tatsächlich gelesen wird und Menschen interessiert. Da halte ich es mit einem anderen Twain-Zitat, das mir gerade in die Finger gefallen ist. Ist zwar ganz schön dick aufgetragen aber sowas gefällt mit manchmal ganz gut:

Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben.


Frühstücksfleisch

3. April 2008

Ich habe mich kürzlich, als ich mir mal wieder so vor kam, als ob ich meine gesamte Mail nur für diverse SPAM-Ordner schreibe, gefragt, woher der Begriff SPAM eigentlich kommt. Und selbstverständlich wusste Wikipedia die Antwort. Hier nur ein Ausschnitt des Wikipedia-Eintrags:

“Der Begriff SPAM – als Synonym für eine unnötig häufige Verwendung und Wiederholung – entstammt dem Spam-Sketch der englischen Comedyserie Monty Pythons Flying Circus: In einem Café besteht die Speisekarte ausschließlich aus Gerichten mit SPAM teilweise mehrfach hintereinander im Namen enthalten. Im Sketch wird das Wort SPAM insgesamt knapp 100 mal erwähnt.
Ganz allgemein existiert im amerikanischen Englisch die Floskel „… ist so unnötig wie Büchsenfleisch (SPAM)“. Da amerikanische Soldaten – angeblich – ungern Fleisch der Marke SPAM gegessen haben, soll diese Redensart entstanden sein.”

Ich weiß ja nicht, ob Ihr alle schon mal ein Dosenfleisch dieser Art gegessen habt. Bei uns gab es das jedenfalls früher, als ich klein war (so kurz nach dem ersten Weltkrieg), sogar relativ häufig. Und ich gestehe: Ich fand das Zeug damals gar nicht so schlecht. Ich meine, OK, irgendwie war es schon eklig mit so glasigem Glibber und einigen Fettschlieren drin., aber irgendwie gut eklig, wenn Ihr wisst, was ich meine (das ist ein Begriff, der zu manchen Kinderlieblingsspeisen passt wie: Marschmellows und so ‘nem Zeug). Heute würde ich es mir sicher nicht mehr kaufen, nicht mal aus nostalgischen Erwägungen. Aber es ist irgendwie eine Kindheitserinnerung. Wir hatten ja nix, damals. Olli, Du weißt bescheid.

Insofern fühle ich mich zwar immer noch scheiße, wenn ich das Gefühl habe, das meine Mail bei manchen Menschen nur im SPAM-Ordner landen. Eben so richtig wie durchgedrehtes Fleisch, das niemand wirklich essen will. Aber andererseits denke ich mir: vielleicht gibt es doch noch ein paar Verrückte, die Geschmack daran finden. In diesem Sinne, guten Hunger.