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Fröstelnde Lese-Ostern in Afghanistan

24. März 2008 · 1 Kommentar

Sei es nun dem frühen Zeitpunkt im Jahr oder dem Klimawandel geschuldet, diese verschneiten, nasskalten Ostern waren einfach nur zum Zuhausebleiben geeignet. Nicht dass ich zu viel mehr zu gebrauchen gewesen wäre. Imerhin habe ich es endlich mal wieder geschafft, ein Buch zu Ende zu lesen. Ich weiß, dass es nicht besonders originell ist, einen Weltbestseller zu lesen und ihn dann auch noch zu loben, aber sei’s drum:

„Drachenläufer“ von Khaled Hosseini hat mit wirklich gut gefallen. Speziell nach meiner Reise nach Kairo fiel es mir leicht, mich in diese so fremde islamische Welt Afghanistans entführen zu lassen. Auch wenn natürlich Ägypten völlig anders ist als Afghanistan. Der geschichtliche Hintergrund von der Zeit vor der sowjetischen Besetzung bis zum amerikanischen Einmarsch fand ich sehr spannend. Aber spannender war das geschilderte Verhältnis zwischen Amir, seinem besten Freund Hassan und Amirs Vater, Baba genannt. Eine Geschichte von Schuld und Angst, von Mut und der bedingungslosen Liebe zu einem Freund, zu der nicht jeder in der Lage ist. Hosseini schreibt aus einer sehr persönlichen Ich-Erzähler-Sicht und ist derjenige, der genau diese Courage und Bedingungslosigkeit zunächst nicht aufbringt, was ihm Jahrzehnte von Leid und Selbstvorwürfen beschert. Das Buch gewährt Einblicke in einen für uns schwer nachvollziehbaren Ehrenkodex der Afghanen, der mal befremdlich, mal absurd und mal schwer erträglich erscheint.
Der Erzählstil Hosseinis hat mir von Beginn an gefallen und eine Menge von Sätzen, Passagen und Bildern werden mich noch eine Weile begleiten. Endlich mal wieder ein Buch, bei dem ich sofort „drin“ war und das mich bis zum Ende gefesselt hat. Für mich zu recht ein Beststeller.

Kategorien: leben · lesen
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