Pete Morton beim Musik machen zu erleben, war für mich ein Genuss und das gemeinsame Konzert von den New Foggy Few mit Olli Plöger und ihm ein ebensolcher. Pete singt aus vollem Herzen. Er singt, was ihn beschäftigt. Er singt vom Zusammenleben der Menschen, er singt von der Schönheit der Welt, aber auch von Gorilla-Damen, Postschalter-Warteschlangen und natürlich von der Liebe. Nicht zu vergessen natürlich in seinem all-time-favorite “Another Train” von vertanen Chancen und der Gewissheit, dass es immer eine zweite gibt im Leben. Seine Lieder sprechen nicht nur mir aus dem Herzen
Mein lieber Freund Olli ebnete Pete als Support den Weg in einen gelungenen Abend voller toller Songs, wippender Füße und fröhlicher Gesichter in der Marktscheune in Vlotho, gleich gegenüber der St. Stephanskirche. Mit seinem unnachahmlichen Spiel und Gesang sowie seiner wie immer ansprechenden Mixtur von Popsongs deutscher und englischer Zunge hatte er sofort die rund 100 Gäste in der urigen alten Deele auf seiner Seite. Egal ob schmachtende Popballade von Rob Thomas, Klassiker wie “Top of the World” von den Carpenters oder Deutsches von Stefan Gwildis oder Heinz Rudolf Kunze: Olli, der “Mann mit dem Körperteil aus Holz” (das ist seine eigene Formulierung - jeder darf selbst raten, welches das sein könnte, auch gerne Mr. Medley genannt) hat sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums. Na gut, einigen die da waren, waren ihre Unterhaltungen wichtiger als die Musik, aber das gehört ja zur rustikalen Atmosphäre eines solchen Konzertes. Wie bei seinen letzten Auftritten üblich, brachte der Vlothoer Lokalmatador mit “Schwere Wasser” auch eines seiner selbst verfassten Stücke, das mich in seiner Bildsprache immer ein wenig einen Herbert Grönemeyer erinnert. Ein feines Stück Musik, wobei ich hoffe bald mehr aus dieser viel versprechenden Feder Geschriebens hören zu können. Mit merklicher Vorfreude leitete Olli über zu Pete Morton mit einem kleinen Zitat, dem Anfang von “Another Train”: “The Beginning is now….”
Als Pete a-cappela einsteigt, bin ich sofort gefesselt. Er sprüht von Lust am Gesang und am Leben, und der Freude sie mit seinem Publikum teilen zu können. Seine kräftige und trotzdem nicht rauhe, volle Stimme füllt den Raum, sein Gitarrespiel ergänzt den Klang zu einem wunderbaren Ganzen. Inka neben mir schmilzt dahin. Der Sound stimmt, Pete selbst ist ganz begeistert von Thomas’ neuer Anlage, die alle Nuancen rüber bringt und bei der der Musiker sein eigenes Wirken genauso hört wie alle anderen im Raum. Geniales Bose-Teil.
Ja, und wir waren auch ganz gut an diesem Abend. Für Organisator Rudolf Döhr war unser Auftritt spätestens beim zweiten Stück gerettet, als wir wie so oft im ersten Set zu Beginn Mike Scotts “Fisherman’s Blues” rausgehauen haben. Fast alle, sogar fast bis hin zur sonst sehr lautstarken Theke-Sitzer-Fraktion, lauschten dann spätestens als Silvias Stimme zu unsere Version von Stuart Adamsons “Ships” die Hörer in ihren Bann zog. Es hat wieder viel Spaß gemacht, zu merken, wie die Füße beginnen zu Wippen und sich Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer schleicht. Es war schön zu sehen, wie viele Freunde und Bekannte gekommen waren, aber auch wie viele, die uns nicht kannten, offen waren für das, was wir zu bieten haben. Selbst ein kleiner Stromausfall mitten im Schönsten Echo-Gesang vom “Gallow Song” konnte die Stimmung nicht kaputtmachen.
Nach jeweils zwei Sets von Pete und uns jammten wir noch ein paar feine Stücke gemeinsam mit Olli. Drunken Sailor, damit das Publikum auch noch mitmachen konnte, Olli sorgte für große Begeistrung (auf und vor der Bühne) mit “Just havent found what I’m looking for” und “Watching the Wheels” und dem “San Francisco Blues”.
Am Ende dürften alle in dem Bewusstsein nach Hause gegangen sein, dass sie für einen Zehner eine Menge Spaß und gute Musik bekommen haben. Ach ja, und von der ganzen Veranstaltung soll es irgendwann auch einen Video-Mitschnitt auf DVD geben, gedreht vom Profi Norbert Kaase. Ich bin sehr gespannt.
Jammen mit Olli Plöger und Pete Morton
Foggys live in der Marktscheune Vlotho
Foggys (leider ist Jos nicht mit drauf)